
Halbe Milliarde Euro Bauvolumen: Vetter startet Projekt im Saarland
Mit dem Baustart für einen neuen Produktionsstandort in Saarlouis investiert Vetter fast eine halbe Milliarde Euro in zusätzliche Kapazitäten für injizierbare Medikamente. Das Projekt gilt zugleich als wichtiges Signal für den industriellen Strukturwandel im Saarland.
Mit einem symbolischen Spatenstich hat der Pharmadienstleister Vetter den Bau seines neuen Produktionsstandorts in Saarlouis offiziell gestartet. Auf dem rund 40 Hektar großen Gelände entsteht in den kommenden Jahren eine hochmoderne Anlage für die aseptische Herstellung injizierbarer Medikamente. Bis zur geplanten Inbetriebnahme 2031 will das Familienunternehmen knapp eine halbe Milliarde Euro investieren.
Abnehmspritze als Umsatzträger
Der erste Bauabschnitt umfasst ein Produktionsgebäude mit rund 50.000 Quadratmetern Fläche sowie Labore, Lager- und Infrastruktureinrichtungen. Geplant sind zunächst drei Reinräume für die Abfüllung komplexer Arzneimittel – darunter zwei Linien für vorsterilisierte Spritzen und eine für Vials.
Mit dem Projekt reagiert das Unternehmen auf die weltweit steigende Nachfrage nach biopharmazeutischen Produktionskapazitäten. Vetter zählt zu den führenden Auftragsherstellern für injizierbare Medikamente und baut seine Standorte in Deutschland, Österreich und den USA seit Jahren kontinuierlich aus.
„Der heutige Spatenstich markiert einen entscheidenden Schritt für die Zukunft unseres Familienunternehmens“, sagte Senator h.c. Udo J. Vetter, Vorsitzender des Unternehmensbeirats und Mitglied der Inhaberfamilie. Mit dem neuen Standort wolle das Unternehmen seine Kapazitäten für komplexe Medikamente erweitern und internationalen Kunden langfristig „Ressourcen, Qualität und Zuverlässigkeit“ bieten.
Vom Autobau zur Diätapotheke
Auch für das Saarland hat die Ansiedlung erhebliche industriepolitische Bedeutung. Nach dem tiefgreifenden Wandel der Automobilregion rund um das Ford-Werk in Saarlouis gilt die Investition als wichtiges Signal für den Aufbau neuer Hightech-Industrien.
„Heute ist ein guter Tag für das Saarland“, erklärte Ministerpräsidentin Anke Rehlinger. „Hier in Saarlouis zeigt sich: Strukturwandel gelingt, wenn wir ihn aktiv gestalten.“ Wirtschaftsminister Jürgen Barke sprach von einer „Hochtechnologie-Ansiedlung“, die das Saarland zu einem attraktiven Standort für die Pharmaindustrie mache. Die Investition werde neue nachhaltige Arbeitsplätze schaffen und weitere Unternehmen anziehen.
Zunächst plant Vetter mit 400 bis 500 Beschäftigten am Standort. Bis zum vollständigen Ausbau des ersten Bauabschnitts könnten bis zu 1.500 Arbeitsplätze entstehen, langfristig sogar bis zu 2.000. Entsprechend wird auch auf kommunaler Ebene das Projekt als wirtschaftlicher Neustart für die Region verstanden. Landrat Patrik Lauer sprach von einer „neuen wirtschaftlichen Ära“, während Saarlouis’ Oberbürgermeister Marc Speicher die Ansiedlung als langfristige Entwicklungs- und Partnerschaftsperspektive für die Stadt bezeichnete.
Mit dem Baustart in Saarlouis setzt Vetter seinen internationalen Wachstumskurs fort – und stärkt zugleich den Produktionsstandort Deutschland in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Pharmamarkt.

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Vetter Pharma International GmbH